Ein beeindruckendes Konzert spielten die beiden befreundeten Kapellen mit demselben Ortsnamen Ringingen. Das fulminante Finale fand aus Platzgründen sogar im Stehen statt und sorgte für wahre Begeisterungsstürme beim Publikum in der Burladinger Festhalle.

Burladingen-Ringingen – Beim Doppelkonzert der Ringinger Musikkapellen am Samstagabend erfreuten zwei ebenbürtige Orchester ihr Publikum.

So mancher hatte sich gewundert, warum die Ringinger zum Konzert in die Burladinger Festhalle einladen. Der Grund wurde allzu schnell offensichtlich: Sowohl das Große Sinfonische Blasorchester aus dem Ortsteil Ringingen als auch die befreundete Kapelle aus dem Ringingen bei Erbach passten kaum auf die riesige Bühne in Burladingen, die man sogar eigens erweitert hatte.

Doch nicht nur quantitativ überzeugten die beiden Orchester, sondern vor allem qualitativ. Was hier am Samstag abgeliefert wurde, kann sich mehr als nur hören lassen. Es war ein Doppelkonzert auf hohem Niveau.

Hierzu trug auch die Jugendkapelle Ringingen-Salmendingen bei. Hätte man nicht mit eigenen Augen gesehen, dass dies tatsächlich alles jugendliche Musiker sind, man hätte auf eine Kapelle mit erfahrenen Orchestermitgliedern getippt. Und auch bei den Jungen war die Besetzung so groß, dass manch anderes Sinfonisches Orchester der Umgebung neidisch werden könnte.

Wunderbare Stücke hatte der musikalische Leiter Robert Nadler für seine Nachwuchsmusiker ausgewählt. Bei “Song and Dance” gab es verzaubernde und temperamentvolle Passagen und mit “Voices” von Vangelis hatten die Musiker ein modernes Werk in petto.

Dass die Freundschaft zur Kapelle Ringingen-Erbach schon seit einigen Jahrzehnten andauert, wie Vorsitzender Matthias Schuler bei seiner Begrüßung bekannt gab, war den verschiedenen Musikern deutlich anzumerken. Es herrschte eine vertraute Atmosphäre.

Und sie hatten sogar ein ähnliches Programm. Mit Kompositionen, die beinahe schon episch wirkten, entführten sie in eindrucksvolle Landschaften. So machten sich die Musiker von der Donau zunächst zum San-Andreas-Graben nach Amerika auf. Dirigent Matthias Hirling zeigte ebenso viel Temperament und Leidenschaft wie seine Orchestermitglieder.

Später reisten die Gastgeber zum “Red Rock Mountain” und mit “Alpine Inspirations” in die Alpen. Zu spüren waren Spielfreude und hohe Kompetenz auf beiden Seiten. Die Ringinger von der Zollernalb standen den Gästen in nichts nach. Auch Gregor Nadler kam sehr schnell ins Schwitzen, so sehr war er in seinem Element und die Musiker folgten ihrem Dirigenten und ließen aufhorchen. Schließlich war es kein Wettbewerb – die beiden Kapellen spornten sich gegenseitig an, zollten einander Respekt und hatten gemeinsam Freude am Musizieren. Deshalb gab es ganz am Ende – wegen Platzmangels im Stehen – ein fulminantes Zusammenspiel beider Orchester. “Sound of Silence” war alles andere als der Klang der Stille. Dieser Vortrag der beiden Kapellen war absolut ergreifend. Das Publikum tobte. Und es feierte mit, als im Anschluss noch die Freundschaft vertieft wurde.

Schon nach der Pause hatten die Gäste, allen voran deren Vorsitzender Joachim Trapp, ihre Gastgeber, also die vier Vorstände Matthias Herter, Markus Nadler, Meinrad Kraus und Matthias Schuler, mit Geschenken wie der Ortschronik und CDs vom Konzert geehrt und mit einem Glas Schnaps angestoßen.

Dass alle drei mitwirkenden Kapellen auch hervorragend Märsche spielen können, bewiesen sie jeweils als Zugabe. Bei den Jugendlichen war es “Carpe Diem”, bei den Ringingern aus dem Alb-Donau-Kreis die “Ringinger Regimentskinder” und bei der gastgebenden Kapelle der “Radetzkymarsch”.

Durch das Programm führten Heike Pfister und Sabine Pfister.

Erschienen: 13.05.2019, Schwarzwälder Bote
Autor: Vera Bender
Foto(s): Vera Bender