Rund 400 Zuhörer beim Frühjahrskonzert des Musikvereins Ringingen

Fulminant, gefühlvoll und mit ein bisschen Voodoo begeisterte der Musikverein Ringingen bei seinem Frühjahrskonzert seine vielen Zuhörer.

Etwas ratlos stand der langjährige Vorsitzende des Musikvereins Ringingen Reiner Höcker am Samstag kurz vor dem Frühjahrskonzert an der Bühne der Birkenlauhalle. „Eigentlich haben wir bestuhlt wie immer“, sagte er. Die meisten Stühle waren schon besetzt und immer noch strömten die Besucher in die Halle. Also machte sich Höcker mit Helfern auf und karrte weitere Stühle heran. Um die 400 Gäste konnte Vorsitzender Joachim Trapp schließlich begrüßen.
Den Titeln der von der Jugend und den Aktiven vorbereiteten Stücke nach hatten sie Kolossales zu erwarten. Mit „Dynamite“ und „Schmelzende Riesen“ wartete zum Beispiel der Nachwuchs auf, die Großen wollten mit „Mount Everest“, Hero „Perseus“ und „Gladiator“ nicht nachstehen. Die Fulminantes ankündigenden Titel blieben kein leeres Versprechen. Gleich mit „Dynamite“ von Robert Fin und dessen fetzigen Rockbeats als erstem Stück stürmte das 60köpfige Jugendorchester unter Leitung von Sara Frank die Halle und die Herzen der Zuhörer. Düster, begleitet von geheimnisvollen Zischlauten, Rascheln und sonstigen ungewöhnlichen Klängen, ging es bei „A little Suite of Horror“ zu. Kein Wunder, tragen die Sätze doch Überschriften wie „Freitag, der 13.“, „Mitternachtsszene“ und „Voodoo“. Das Publikum ließ sich davon aber keine Sekunde vergraulen, sondern applaudierte für den witzigen Vortrag lautstark, begleitet von Bravorufen.
Wer über einen mit mehr als 70 Musikern besetzten Klangkörper wie Dirigent Matthias Hirling verfügt, kann aus dem Vollen schöpfen. Ob „Mount Everest“, „Orpheus in der Unterwelt“ oder „Canterville Ghost“, stets wurde es den Zuhörern leicht gemacht, sich in die erzählten Geschichten hineinzubegeben. Mit imposanten Klängen wurden sie zum Beispiel auf den höchsten Berg der Erde geführt, konnten sie die außerordentliche Anstrengung mitempfinden, die nötig ist, um den Eisriesen zu bezwingen, die Gefahren fühlen und die grandiose Freiheit, die sich dem eröffnet, der es geschafft hat. Mit lange anhaltendem Applaus wurde die Höchststufenkapelle am Ende verdient belohnt.
Der Hochsträßverein nutzte den würdigen Rahmen, um vier Musikern für ihr langjähriges Engagement zu danken. Friederike Munding spielt seit 20 Jahren Bariton-Saxophon. Seit 30 Jahren dabei sind Sandra Unsöld an der Klarinette, Richard Füller an der Posaune und Uwe Kottmann an der Tuba.
Erschienen: 07.03.2016, Südwestpresse
Autor: Franz Glogger
Foto(s): Franz Glogger