Dem Musikverein Ringingen ist ein nahtloser Übergang am Dirigentenpult gelungen: Matthias Hirling folgt auf seinen Vater Hans-Peter Hirling.

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Vielleicht braucht es gelegentlich die Überraschung, um Kräfte zu mobilisieren. Als der Vorsitzende des Musikvereins Ringingen Reiner Höcker Anfang 2013 unvermittelt seinen Rücktritt erklärte, sprangen die beiden Jugendleiter Joachim Trapp und Thomas Felk als Vorsitzender und als Stellvertreter sofort in die Bresche. Prompt besetzt werden konnte nun auch der Posten am Dirigentenpult, das Hans-Peter Hirling kürzlich nach 40 Jahren überraschend beim Frühjahrskonzert räumte. Nachfolger wird sein Sohn Matthias sein, der neun Jahre Jugenddirigent war. Hans-Peter Hirling hatte seine Familie drei Tage vor dem Konzert eingeweiht, dass er vom Pult in die Reihen der Musiker wechseln will, die Vereinsführung erst einen Tag davor.

Ein erstes Gespräch zwischen Trapp, Felg und Hirling junior gab es bereits nach dem Konzert. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler hatte schon früher signalisiert, im Fall der Fälle “erster Ansprechpartner” zu sein. Als die Entscheidung anstand, sei für ihn schnell klar gewesen: “Zu einem so tollen Verein kann ich nicht Nein sagen.” Das Orchester spiele in der “Höchststufe”, zum Vorstand habe er ein freundschaftliches, vertrauensvolles Verhältnis und durch alle Altersklassen gebe es eine tolle Kameradschaft.

Weiter ist die Kapelle mit 80 Aktiven und ebenso vielen Kindern und Jugendlichen in der Ausbildung bestens für die Zukunft gerüstet. “Unser Verein ist in allen Belangen hervorragend unterwegs. Eine bessere Konstellation kann ich mir nicht wünschen”, sagte der 32-Jährige. Sein Ziel sei es, die vom Vater erarbeitete Spielklasse zu erhalten. Schwerpunkt werde weiter die konzertante Blasmusik sein. Unterm Jahr möchte er verstärkt auf Unterhaltungsmusik setzen, die auch Spaß mache. “Musik ist unser gemeinsames Hobby. Ich möchte vermitteln, dass wir dafür jedes Mal gern zusammenkommen”, sagte Matthias Hirling.

Dass Hirling junior den Dirigentenstab übernimmt, ist für Joachim Trapp und Thomas Felk eine Ideallösung. Die halbe Kapelle habe schon unter seinen Fittichen gelernt, er war Vize-Dirigent unter dem Vater und feiert nächstes Jahr 25 Jahre aktive Mitgliedschaft. “Wir wissen genau, worauf wir uns einlassen. Es ist der absolut richtige Schritt für den Verein”, ist sich Trapp sicher.

Mit Sara Frank aus Allmendingen ist auch die Leitung der Ringinger Musiker-Jugend schon besetzt. Die 25-jährige freie Musiklehrerin war bereits Ausbilderin beim MV. “Sie passt zu uns und unserer Jugend”, meinte Felk.

Erschienen: 25.04.2014, Südwestpresse
Autor: Franz Glogger
Foto(s): Franz Glogger